Mobbing im Kindes- und Jugendalter: Verstehen, vorbeugen und handeln

Mobbing im Kindes- und Jugendalter: Verstehen, vorbeugen und handeln

Autorin: Renée Wagner

In Deutschland zeichnet sich ein beunruhigendes Bild ab: Mobbing und Cybermobbing sind unter Kindern und Jugendlichen alarmierend verbreitet. Eine Studie offenbart, dass etwa 16% der Schülerinnen und Schüler in Deutschland von Mobbing betroffen sind. Im Laufe ihrer Schulzeit hat mindestens jede:r sechste Schüler:in persönliche Erfahrungen mit Mobbing gemacht (1). Diese Erfahrungen können emotionale Narben hinterlassen und langfrisitge Auswirkungen auf die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen haben. Mit dem folgenden Blogbeitrag möchte der MoonWalker-Verlag ein besonderes Augenmerk auf die Ursachen, Auswirkungen und mögliche Maßnahmen gegen Mobbing bei Kindern legen.
Das Buch "Paul und Maggie, acht Beine gegen Mobbing", von Maren Hardiman,
veranschaulicht das Engagement des MoonWalker-Verlags im Kampf gegen Mobbing unter Kindern und Jugendlichen. Das Buch richtet sich insbesondere an Kinder im Grundschulalter und erzählt die Geschichte von Paul, einem Kind, das in der Schule gemobbt wird, und Maggie, einer Spinne mit acht Beinen, die den zehnjährigen Paul bei der Bewältigung seiner alltäglichen Herausforderungen unterstützt. Das Buch bietet die Möglichkeit, etwas über die Bedeutung von gegenseitiger Unterstützung und Freundschaft im Umgang mit Mobbingerfahrungen zu lernen.

 

Wie äußert sich Mobbing im Alltag?
Mobbing im Alltag äußert sich oft subtil, doch seine Auswirkungen sind alles andere als harmlos. Es beginnt vielleicht mit flüchtigen Sticheleien oder ausgeschlossenen Einladungen, die schnell in eine Atmosphäre der anhaltenden Ausgrenzung und des Unwohlseins übergehen. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen erleben häufig eine schleichende Eskalation: Hänseleien weichen verbalen Angriffen, Gerüchten und systematischer Isolation (2). Jedes Flüstern, jeder Blick wird zu einer ständigen Quelle des Stresses, der sich Oef in das
tägliche Leben der Betroffenen manifestiert und dessen Echos weit über die Schulzeit hinaus nachhallen können.


Welche Auswirkungen haben Mobbing Erfahrungen auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen?
Mobbingerfahrungen hinterlassen tiefgreifende Spuren in der physischen und psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Neben der Zermürbung des Selbstwertgefühls erleben sie ständige Angst vor wiederholten Mobbingattacken, die zu Schlafstörungen, chronischen Schmerzen und einem geschwächten Immunsystem führen können (3). Auf psychischer Ebene erleben die Betroffenen Symptome von Angst und Depression, deren Naben weit in ihre Zukunft reichen können. Diese Erfahrungen prägen ihre Entwicklung und
können ohne geeignete Unterstützung langfristige Auswirkungen auf das Wohlbefinden haben.

Welche Maßnahmen können gegen Mobbing implementiert werden?
Die Bekämpfung von Mobbing ist weniger eine ethische Frage, sondern vielmehr eine unabdingbare Voraussetzung, um die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen langfristig gewährleisten zu können. Beispielhaft folgen nun wirksame Maßnahmen, die sich in der Praxis bewähren konnten:

 

  • Autoritätspersonen einweihen: Das Einbeziehen von Autoritätspersonen wie Lehrern oder Vorgesetzten bei Mobbingvorfällen kann äußerst wirksam sein, da diese Personen die Autorität und Ressourcen besitzen, um direkt einzugreifen und das Verhalten der Mobber zu adressieren (4).
  • Anti-Mobbing-Richtlinien: Schulen sollten klare, konsequente Anti-Mobbing-Richtlinien einführen und umsetzen. Diese Richtlinien müssen klare Definitionen dessen enthalten, was als Mobbing gilt, sowie festgelegte Konsequenzen für solches Verhalten.
  • Peer-Support-Programme: Die Einführung von Programmen, die Schüler dazu ermutigen, sich gegenseitig zu unterstützen und für Mitschüler einzustehen. Soll soll eine inklusive Gemeinschaft geschaffen werden, in der sich jeder Einzelne sicher und verstanden fühlt.Durch das Teilen von Erfahrungen und das gegenseitige Ermutigen stärken sie ihr Selbstbewusstsein und entwickeln Resilienz gegenüber den Herausforderungen des Mobbings (5).

Auch das Buch „Paul und Maggie – Acht Beine gegen Mobbing" hebt hervor, wie
entscheidend soziale Unterstützung und Freundschaft für die persönliche Entwicklung und das Überwinden von Herausforderungen sind, insbesondere wenn es um Mobbing geht. Pauls Beziehung zu Cleo und ihrer Vogelspinne Maggie spielt eine zentrale Rolle in seiner Reise der Selbstfindung und des Mutes. Diese Beziehung spiegelt die grundlegenden Prinzipien von Peer-Support-Gruppen wieder, die darauf abzielen, ein unterstützendes Netzwerk unter
Gleichaltrigen zu schaffen.


Fazit
Die frühzeitige Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen zum Thema Mobbing ist von entscheidender Bedeutung, da frühzeitige Aufklärung ein verschärfendes Bewusstsein und präventive Verhaltensweisen fördern kann. Die Gefahr von Mobbing liegt nicht nur in den unmittelbaren Folgen, sondern auch in der potenziellen Entwicklung von weiteren sozialen Problemen wie Isolation und Schulverweigerung. Durch die frühzeitige Thematisierung können Kinder und Jugendliche lernen, respektvoll miteinander umzugehen und Konflikte konstruktiv
zu lösen.

Bücher wie „Paul und Maggie – Acht Beine gegen Mobbing“ stehen als Beispiel
dafür, wie Literatur reale soziale Probleme ansprechen und zu einer positiven Veränderung beitragen kann. Es geht darum, ein neues Bewusstsein zu schaffen und einen sicheren Raum für Gespräche zu öffnen, der es jedem Kind ermöglicht, seine eigene Rolle im Kampf gegen Mobbing zu verstehen und aktiv zu werden.



Hilfsangebote für Kinder und Jugendliche finden sich unter:

  • „Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche“: 116 111
  • „Krisenchat“: hbps://krisenchat.de
  • „Rat- und HilfeplaUorm bei Stress im Netz“: hbps://www.juuuport.de/jugendsupport


Literatur
1 Zeichen gegen Mobbing e.V. (n.d.). Zahlen und Fakten über Mobbing. Abgerufen am
03.05.24. Verfügbar unter hbps://zeichen-gegen-mobbing.de/zahlen
2 Kolodej, C. (2018). Psychologische Selbsthilfe bei Mobbing. Springer Fachmedien Wiesbaden
GmbH.
3 Voerman, J. S., van de Looij-Jansen, P. M., de Waart, F. G., & Boere-Boonekamp, M. M. (2015).
Mobbing und Missbrauch als Prädiktoren für chronische Schmerzen bei Jugendlichen.
European Journal of Pain, hbps://doi.org/10.1002/ejp.689
4 Malteser in Deutschland. (o. J.). Mobbing-Hilfe für Betroffene. Abgerufen am 6. Mai 2024.

Verfügbar unter hbps://www.malteser.de/aware/hilfreich/mobbing-hilfe-fuer-
betroffene.html

5 Böhmer, M., & Steffgen, G. (Hrsg.). (2020). Mobbing an Schulen: Maßnahmen zur PrävenDon,
IntervenDon und Nachsorge. Springer Fachmedien Wiesbaden. hbps://doi.org/10.1007/978-
3-658-26456-7

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